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Fabian, 18.06.2021

ZPP-zertifizierte Online Kurse erstellen

Gastartikel von Coachy-Nutzer Claas Krüger von seistolzaufdich

ZPP-Online-Kurse, die von den Krankenkassen bezuschusst werden und somit für den Teilnehmer nahezu kostenfrei sind - das klingt toll und ist tatsächlich auch eine Win-Win-Situation sowohl für den Kursteilnehmer als auch für den Kursanbieter. Doch der Weg zu einem anerkannten Krankenkassen-Kurs ist lang und steinig. In diesem Blogartikel zeige ich dir, welche Hürden auf dich warten und wie du sie am besten nehmen kannst. Und am Ende des Artikels halte ich noch eine Abkürzung zur erfolgreichen Zertifizierung für dich bereit.

Was sind ZPP-Kurse?

ZPP-Kurse, oder auch Paragraph-20-Kurse genannt, sind Kurse, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden. Der Zuschuss der Krankenkassen liegt dabei ungefähr zwischen 80 und 100%, so dass der Kursteilnehmer nur einen sehr geringen Eigenanteil selbst tragen muss und in manchen Fällen sogar gart nichts. Neben den klassischen Kursen, die vor Ort stattfinden wie zum Beispiel beim Physiotherapeuten oder im Sportverein, gibt es auch ZPP-Online-Kurse, sogenannte IKT-basierte Kurse. Diese finden komplett online statt.

Neben der Bezeichnung ZPP-Kurs gibt es auch die beiden Begriffe „Gesundheitskurs“ und „Präventionskurs“, die dasselbe beschreiben. Die beiden Begriffe zeigen bereits, dass sich die Kursangebote immer nur an gesunde Kursteilnehmer richten. Es geht also im Kern darum, dass man durch Übungen und Wissen, das man in einem ZPP-Kurs erlernt, weiterhin gesund bleibt und möglichen Krankheiten vorbeugt. Da gesunde Versicherte für die Krankenkassen natürlich günstiger sind als kranke, haben die Krankenkassen ein natürliches Interesse und fördern daher diese Art von Kursen.

Erstattung der Kursgebühr durch die Krankenkasse

Zunächst bucht der Kursteilnehmer einen Kurs seiner Wahl. Wichtig ist, dass der Kursanbieter für den Kurs ein aktuelles und gültiges Prüfzertifikat mit einer ID nachweisen kann. Diese ist in der zentralen Datenbank der Krankenkassen hinterlegt. Nur dann zahlt auch die Krankenkasse. Bei einem Kurs vor Ort muss der Teilnehmer an mindestens 80% der Termine teilnehmen, bei Onlinekursen sind es 100%. Im Anschluss an den Kurs erhält der Kursteilnehmer eine Teilnahmebescheinigung, die er zusammen mit der Rechnung und einem formlosen Antrag auf Erstattung bei seiner Krankenkasse einreicht.

Wieviel der Versicherte genau erstattet bekommt, hängt von seiner Situation und seiner Krankenkasse ab. In der Regel fördern die Krankenkassen zwei Gesundheitskurse pro Jahr. Der Gesamt-Förderbetrag liegt je nach Krankenkasse bei durchschnittlich 200 EUR pro Jahr

 

Besonderheiten von ZPP-Kursen zu gewöhnlichen Online-Kursen

Gesundheitskurse, die ausschließlich online angeboten werden, haben für den Kursteilnehmer und den Kursanbieter mehrere Vorteile:

  • Der Kursteilnehmer kann unabhängig von festen Kurszeiten einfach von zuhause aus seinen Gesundheitskurs absolvieren. Er kann sich nicht nur seine Zeit dabei selbst einteilen, er kann auch direkt nach der Buchung mit dem Kurs starten und muss nicht erst auf den Kursbeginn warten wie bei einem Angebot vor Ort.
  • Der Kursanbieter braucht sich nicht um Räumlichkeiten kümmern und kann seine eigene Arbeitszeit frei und effizient einsetzen. Gibt es für Kurse vor Ort nur eine begrenzte Teilnehmerzahl, so kann er praktisch beliebig viele Onlinekurse verkaufen.

Die Anforderungen an einen Onlinekurs sind dabei aber noch deutlich höher als bei einem Kurs vor Ort. Welche das genau sind, beschreibe ich im weiteren Verlauf dieses Artikels

Nicht jeder kann ZPP-Kurse erstellen

Die Prüfung und Zertifizierung von Präventionskursen nimmt die Zentrale Prüfstelle Prävention vor. Diese prüft für alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nach einem einheitlichenPrüfverfahren und strengen gesetzlichen Standards. Für den Kursleiter und auch für die Inhalte des Kurses gelten dabei hohe Qualitätsanforderungen. Der Kursleiter muss bestimmte Grund- und Zusatzqualifikationen (Fortbildungen) besitzen, beispielsweise eine staatlich anerkannte Ausbildung als Physiotherapeut oder Ergotherapeut. Ebenfalls muss er nachweisen, dass er für diesen Kurs eingewiesen wurde. Auch die Kursinhalte müssen strengen Richtlinien entsprechen. So reicht es nicht aus, dass in den Kursstunden beispielsweise nur Fitnesstrainings absolviert werden, es muss auch sichergestellt werden, dass der Kursteilnehmer weiteres Wissen erwirbt. Diese Kursinhalte müssen für eine Zertifizierung genauestens beschreiben und nachprüfbar sein.

ZPP-geeignete Themen und Inhalte

Welche Kurse sich für eine Zertifizierung eignen, ist im Leitfaden Prävention festgelegt, der nicht nur die einheitliche Qualität der Kurse durch festgeschriebene Kriterien regelt, sondern auch die unterschiedlichen Themen benennt, in denen die ZPP-Kurse eingeteilt werden. Dies sind die vier Handlungsfelder

  • Bewegungsgewohnheiten,
  • Ernährung,
  • Stressmanagement und
  • Suchtmittelkonsum

Jedes dieser Handlungsfelder wird dabei in jeweils zwei sogenannte Präventionsprinzipien unterteilt.

Prüfung des Kurses durch die ZPP

Wie bereits beschrieben, ist die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) eine gemeinsame Prüfgesellschaft aller gesetzlicher Krankenkassen. Um eine gleichmäßig hohe und vergleichbare Qualität der Gesundheitskurse zu gewährleisten, prüft die ZPP im Auftrag der Krankenkassen alle Angebote nach einem einheitlichen Prüfschema. Einmal zertifiziert, ist der Kurs von allen gesetzlichen Krankenkassen anerkannt und wird gefördert. Dieser zentrale Ansatz hat für die Krankenkassen und die Versicherten viele Vorteile, bedeutet aber für den Kursanbieter auch einige Hürden, die es auf dem Weg zu erfolgreichen Kurs-Zertifizierung zu nehmen gilt. Der gesamte Prozess wird dabei über das Portal der ZPP abgewickelt. Man muss bei dem Portal der ZPP unterscheiden zwischen

  • Kursanbieter,
  • Kursleiter,
  • Kurskonzept und
  • Kurs

Der Kursanbieter der, der die Rechnung für den Kurs stellt. Das kann eine juristische Person wie eine GmbH oder auch eine natürliche Einzelperson sein. Diese Angaben muss man im ersten Schritt bei der Registrierung auf dem ZPP-Portal machen, kann sie später aber noch ändern. Der Kursleiter ist die natürliche Person, die den Kurs vor Ort oder online durchführt bzw. leitet. Kursanbieter und Kursleiter können - müssen aber nicht - ein und dieselbe Person sein. Physiotherapeuten mit eigener Praxis sind meist Kursanbieter und Kursleiter gleichzeitig in einer Person. Es gibt aber auch größere Firmen, bei denen der Kursanbieter eine Firma und dabei mehrere Kurse mit mehreren Kursleitern anbietet.

Zu jedem Kursleiter werden Nachweise zu seinen Qualifikationen zugeordnet. Die folgende Unterscheidung ist sehr wichtig: Jeder angebotene Kurs beruht auf einem Kurskonzept. Beide müssen zertifiziert sein und nur zertifizierte Kurse sind erstattungsfähig, nicht jedoch zertifizierte Konzepte. Diese etwas komplizierte Regelung hat folgenden Hintergrund: Das Kurskonzept beschreibt bis ins letzte Detail, wie der Kurs aufgebaut ist und welche Inhalte vermittelt werden. Auf Grundlage eines zertifizierten Konzepts können dann Kurse zur Zertifizierung eingereicht werden, die dann nicht nur von einem, sondern auch von mehreren Kursleitern angeboten werden können. Die Entwicklung eines Konzepts ist meistens sehr anspruchsvoll und zeitaufwendig. Daher greifen kleinere Kursanbieter für Kursangebote vor Ort auch auf fertige und zertifizierte Kurskonzepte von Dritten zu. Hierfür bieten diese Schulungen und Einweisungen an, die der Kursanbieter bucht. Nach der Einweisung kann der Kursanbieter dieses Konzept nutzen und einen eigenen Kurs auf dieser Grundlage zertifizieren lassen.

Aufbau eines Kurskonzeptes für die Prüfung der ZPP

Der Weg zu einem erfolgreichen Online-ZPP-Kurs besteht aus zwei Etappen: Die erste und schwierigste Etappe ist die Zertifizierung des Konzepts. Denn das Konzept ist bekanntlich die Grundlage für Kurs, der dann gebucht werden kann. Bei der Konzept- bzw. Kursprüfung müssen alle beschreibenden Informationen (die Konzept-Details) gepflegt und alle Unterlagen auf dem Portal hochgeladen werden. Die Unterlagen bestehen im Wesentlichen aus

  • dem konzeptionellen Rahmen,
  • den Stundenverlaufsplänen sowie
  • den Teilnehmerunterlagen

Gleichzeitig muss für einen Onlinekurs ein Prüfzugang für den Kursprüfer angelegt werden. Denn der Kursprüfer prüft nicht nur ganz genau, ob die Unterlagen den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen, sondern auch, ob der Kursteilnehmer den Onlinekurs wie vorgeschrieben absolvieren kann und ob bzw. wie sichergestellt wird, dass der Teilnehmer auch alle Inhalte absolviert. Der Prüfprozess folgt einem festen Schema für das klare Vorgaben gelten. In aller Regel erfolgt die Prüfung innerhalb von 10 Werktagen. Aktuell gibt es aber durch die hohe Anzahl an Prüfungen einen deutlichen Zeitverzug.

Während der Prüfung kann man auf dem Portal keine nachträglichen Änderungen im Konzept vornehmen und muss die Rückmeldung der ZPP abwarten. Per Email bekommt man dann eine Rückmeldung, ob der Kurs bzw. das Konzept zertifiziert wurde oder ob es noch sogenannte Nachforderungen gibt. Diese Nachforderungen werden detailliert beschrieben und man hat selbst wiederum 10 Arbeitstage Zeit, die Nachforderungen umzusetzen, ggf. Unterlagen neu hochzuladen und die Prüfung neu zu beantragen. Für die zweite Prüfung gelten wieder dieselben zeitlichen Vorgaben. Ist auch die Zweitprüfung negativ, so gilt der Kurs bzw. das Konzept als abgelehnt. Da man allerdings auch bei der Zweitprüfung eine detaillierte Beschreibung bekommt, was fehlt bzw. nicht richtig ist, ist es möglich, für ein neu zu erstellendes Konzept eine Prüfung zu beantragen.

Dieser ganze Prozess dauert naturgemäß sehr lange und kann während der Prüfung auch nicht beschleunigt werden. Nur durch eine sehr gute Vorbereitung aller Unterlagen und des Onlinekurses kann man die Anzahl der Prüfdurchgänge reduzieren. Daher ist eine saubere und qualitativ gute Vorbereitung das „A und O“ und erfordert entweder sehr viel Erfahrung oder eine gute Unterstützung.

Anforderungen an die Kursplattform

Bei einem ZPP-Online-Kurs spielt die Kursplattform eine zentrale Rolle. Denn auf der Kursplattform werden alle Kursinhalte für die Kursteilnehmer hinterlegt und gepflegt. Hier loggt sich der Kursteilnehmer ein, absolviert sein Training, ließt sich Informationen durch und lädt sich Inhalte herunter. Für eine erfolgreiche Zertifizierung ist die Kursplattform ebenfalls von zentraler Bedeutung, da der Kursanbieter plausibel nachweisen muss, was der Teilnehmer lernt und wie er den Kurs absolviert. Es ist also nicht nur die User-Experience wichtig, sondern auch die technischen Funktionen und Möglichkeiten der Kursplattform.

Als Kursanbieter hat man nun zwei Möglichkeiten: entweder lässt man eine solche Plattform entwickeln oder man bedient sich bei Anbietern solcher vorgefertigter Lösungen. Die Entwicklung einer eigenen Kursplattform ist sehr aufwendig und sehr teuer. Wenn man also erst am Anfang steht, sollte man sich auf Anbieter von Kursplattformen konzentrieren. Folgende Kriterien sollten bei der Auswahl eine Rolle spielen:

  • Support: Gerade zu Beginn gibt es viele Fragen bei der Erstellung eines Onlinekurses. Ein guter und schneller deutschsprachiger Support ist dabei sehr wichtig.
  • Funktionsumfang und Gestaltungsmöglichkeiten: Für einen ZPP-Online-Kurs ist es wichtig, dass der Teilnehmer nicht nur Schritt für Schritt durch den Kurs geleitet wird, sondern währenddessen auch vom Kursleiter bestmöglich betreut werden kann. Dies gilt auch für die Prüfvorgaben der ZPP, die die Kursplattform erfüllen muss. Ebenfalls spielt das schnelle und komfortable Anlegen, Hochladen und Pflegen von Inhalten eine wichtige Rolle.
  • User Experience: Die Bedienung der Kursplattform sollte für den Kursteilnehmer so natürlich wie möglich sein. Von der Login / Passwort-vergessen-Funktion über die gleichermaßen komfortable Nutzung auf Smartphone/Tablet/PC bis hin zum Konsum der Kursinhalte: es muss dem Kursteilnehmer so einfach und bequem wie möglich gemacht werden, den Präventionskurs zu absolvieren-
  • Preis: Der Preis für die Kursplattform sollte nicht an allererster Stelle stehen, da die technischen Funktionen in erster Linie die Auswahl der Kursplattform bestimmen. Hier geht es wirklich um Qualität und weniger um den Preis. Oftmals rechnet sich die Kursplattform auch bereits nach den ersten 5-10 Kunden. Hier sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden.

Deine Abkürzung zum erfolgreichen ZPP-Online-Kurs

Der ganze Prozess von der Erstellung eines Kurses, der Kursinhalte und der Kursplattform sowie die Prüfung der ZPP mit allen Unterlagen ist sehr aufwendig und erfordert viel Zeit und Erfahrung. Wie zu Beginn des Artikels angekündigt, gibt es aber tatsächlich eine Abkürzung zur erfolgreichen Zertifizierung. Wir haben selbst seit 2018 Erfahrungen mit der Zentrale Prüfstelle Prävention und der Zertifizierung von Online-Kurskonzepten und Kursen. Wir wissen also, welche kleinen und großen Hürden in dem ganzen Prozess auf einen warten. Dieses Wissen möchten wir mit dir teilen, damit du selbst deine eigenen Kurse zertifizieren lassen und anbieten kannst.

Wir zeigen dir Schritt für Schritt den Weg zum erfolgreichen Onlinekurs und geben dir wertvolle Tipps und Hinweise, damit du schnell und sicher zum Ziel kommst. So kannst du dir im Schnitt ein halbes Jahr Entwicklungszeit sparen. Alle Schritte auf dem Portal und bei der Erstellung der Unterlagen werden dir ausführlich erklärt, du bekommst bewährte Vorlagen und du kannst alle Punkte einzeln für dich nachbauen. Hier findest du weitere Informationen: https://www.zpp-online-kurs.de